Installationsreport Fujitsu-Siemens Lifebook E 6575

Inhalt

Technische Daten

Modell
Fujitsu Siemens Lifebook E 6575
CPU
750 MHz
Display
14" LCD mit einem schlechten Pixel am oberen Rand. Zwar ein helles, aber damit muss/kann man gut leben.
Grafikkarte
ATI Rage 128 Mobility M4 (16MB RAM)
RAM
256 MB (in einem Riegel)
HDD
20 GB von TOSHIBA
Ethernet
Intel Pro / 100 VE Network
Modem
Lucent SoftModem 3.1.79
Gewicht
2,6 kg
OS ab Werk
keines!

Die Optik

Der Laptop ist optisch recht schön und sieht vorallem nicht, wie viele andere Geräte, wie ein Nike Turnschuh aus. Das Gebläse habe ich ausser beim Booten bisher nicht zu Hören bekommen, aber auf der Unterseite wird das Gerät auf dauer doch etwas warm für nackte Oberschenkel. Verbrannt habe ich mich aber bisher auch nicht.

Wenn man das Modem verschmerzen kann, bekommt man mit dem Fujitsu Siemens E 6575 ein im Wesentlichen Linux-taugliches und auch optisch schönes Gerät.

Die Installation

Ich hatte mich für dieses Gerät entschieden, da ich es ohne die berüchtigte "Microsoft Tax" erstehen konnte, d.h. das Gerät konnte ich ohne ein installiertes Windows erhalten. Die Treiber CD (allerdings nur für Windows) lag dem Gerät bei. Was fehlte, war die Bedienungsanleitung, die normalerweise als PDF Dokument im OEM Windoof mitgliefert wird. Der freundliche Händler schickte sie mir nach kurzer Anfrage per eMail zu.

Bei der Installation der SuSE 7.1 gab es zuerst einen Absturz, wenn das System versuchte, die PCMCIA Treiber zu laden. Abhilfe konnte ich schaffen, indem ich von der zweiten CD bootete und die Frage nach der CD mit den Modulen abbrechen auswählte. Ab da lief die Installation sauber durch - auch die PCMCIA Unterstützung war schließlich ohne weiteres Zutuen voll funktionsfähig.

Als Kernel habe ich zu Beginn den 2.2.18 und den 2.4.0 von der SuSE SuSE 7.1 installiert, mittlerweile habe ich eine Debian woody laufen (mit eigenem Kernel 2.4.21-ac1 und externen pcmcia_cs Treibern Version 3.2.4). Von der Debian-Installation kann ich keine bemerkenswerten Ereignisse vermelden.

Die Komponenten

PCMCIA

Von den oben angegebenen Anfangsschwierigkeiten, dass die Modulerkennung auf der SuSE zu einem Absturz zu führen scheint, gab es keine Probleme. Eine PCMCIA Netzwerkkarte lief ohne weitere Eingriffe. Eine WLAN Karte machte etwas Schwierigkeiten, da die Treiber der SuSE 7.1 nicht neu genug waren.

APM

Läuft ohne Probleme. Die Suspend Partition habe ich mittels fdisk als vierte primäre Partition (Typ 0xa0) angelegt und mittels lphdisk angelegt. Lphdisk ist in Serie (ap) zu finden und muss manuell installiert werden. Die Hardwareuhr habe ich auf lokale Zeit gestellt, GMT scheint aber auch keine Probleme zu machen.

[2001-10-15] Es ist keiner der Bug Workarounds nötig (kein "Allow interrupts during APM BIOS calls" und kein "Use real mode APM BIOS call to power off"), aber "Enable PM at Boot time" sollte man ausschalten.

Sound

Läuft im Wesentlichen ohne Probleme (als ICH Intel - überhaupt ist ziemlich viel Intel in dem Gerät zu finden), nur nach einem Suspend funktionierte sie nichtmehr. Das konnte aber durch den Eintrag von

APMD_STOP_SOUND_BEFORE_SUSPEND="alsa"
in der
/etc/rc.config.d/apmd.rc.config
behoben werden.

Übrigens ist mir aufgefallen, dass man das Knacken am Ende einer .au oder .wav Datei dadurch wegbekommen kann, dass man in dem Programm play (Teil des sox Paketes) in der Zeile

arch_defines="-t ossdsp -w"
die Option -w einfügt.

[2001-10-15] Nach mehreren neuen Kerneln war mir aufgefallen, dass Mono-Daten nicht korrekt abgespielt werden. Abhilfe schaffte ein einfügen von -c 2 bei den arch_defines. Ausserdem hatte den apmd_proxy Probleme, die Intel-Module zu finden. Dafür habe ich dann ein Skript von Hand schreiben müssen, dass die drei Module soundcore, ac97_codec und i810_audio vorm suspend schlafen schickt. Ist aber nur ein Dreizeiler gewesen.

X11, Display

Die Interpolation der Console auf volle Größe funktioniert reibungslos und sieht gut aus. Man muss u.U. nur im BIOS einschalten. Die eingebaute ATI Rage wurde vom Yast2 klaglos (XFree 4.0.2) erkannt. Suspend funktioniert aus dem X11 heraus ebenfalls ohne Probleme.

Besonders schnell ist die Karte nicht, aber ich aber auch bisher nicht zu optimieren versucht.

Falls jemand Probleme hat, kann er/sie meine /etc/X11/XF86Config ausprobieren.

Ethernet

Hier hatte ich ein interessantes Problem. Bei der Konfiguration durch Yast stürzte dieser jedesmal ab, wenn ich bei den Netzwereinstellungen die Intel Pro auswählen wollte. Ich habe dann von Hand in der

/etc/modules.conf
das entsprechende Modul
alias eth0 e100
angemeldet und alles weitere über Yast eingestellt.

Das Problem liegt wohl unter anderem daran, dass das e100 Modul ist nicht wirklich Teil des Kernels ist (auch wenn SuSE in dort speichert) und der normalerweise benutzte eepro100 nicht richtig funktioniert. Das e100 Modul kann bei Intel heruntergeladen werden.

Tipp:
Wenn man keinen kerneld laufen hat, sollte man in der Datei
/etc/init.d/network
das Laden des Moduls erzwingen, das geht mittels der Zeile
[...]
echo "Setting up network device $NETDEV"
modprobe $NETDEV
ifconfig $NETDEV $IFCONFIG
[...]

[2003-08-20] Mit neuen Kerneln gibt es keine Probleme mehr.

Modem

Habe ich nicht ans Laufen gebracht. Verflucht seien alle Softmodems! :-/ Ich hatte es zwar geschafft, die entsprechenden Module in den Kernel zu bekommen, aber weder "linx565a", noch "ltmodem 5.99" oder "r-333-5" konnten dem Modem auch nur ein Bit entlocken. Hat jemand eine Idee?

WLAN

Für WLAN sollte man den pcmcia Support des Kernels ausschalten und extern die pcmcia-cs getrennt kompilieren (wenn sie bei der Distribution nicht schon dabei sein sollten). (Ich habe 2.4.9 mit pcmcia_cs 3.1.29 erfolgreich am Laufen) Der wvlan_cs Treiber funktioniert mit einer ELSA AirLancer MC-11 mit 2MBit/sec. 11MBit habe ich leider nicht hinbekommen, den wvlan2_cs von ELSA kann man getrost vergessen.

[2003-08-20] Mittlerweile bin ich auf 2.4.21-ac1 mit pcmcia_cs 3.2.4 umgestiegen (es wird dann orinoco_cs/hermes benutzt) - aber auch da bekomme ich nur 2MBit hin.

[2003-08-20] USB

Palms, USB Sticks, Digitalkameras und USB ISDN Adapter. Alles funktioniert (mit 2.4.21-ac1 Kernel, und dem "uhci" Treiber).

Infrarot

Habe ich mangels passender Peripherie noch nicht getestet.

Anhang

A.) Enthaltende Devices

  schusch:~# lspci
  00:00.0 Host bridge: Intel Corporation 82815 815 Chipset Host Bridge and Memory Controller Hub (rev 11)
  00:01.0 PCI bridge: Intel Corporation: Unknown device 1131 (rev 11)
  00:1e.0 PCI bridge: Intel Corporation 82820 820 (Camino 2) Chipset PCI (-M) (rev 03)
  00:1f.0 ISA bridge: Intel Corporation 82820 820 (Camino 2) Chipset ISA Bridge (ICH2-M) (rev 03)
  00:1f.1 IDE interface: Intel Corporation 82820 820 (Camino 2) Chipset IDE U100 (-M) (rev 03)
  00:1f.2 USB Controller: Intel Corporation 82820 820 (Camino 2) Chipset USB (Hub A) (rev 03)
  00:1f.3 SMBus: Intel Corporation 82820 820 (Camino 2) Chipset SMBus (rev 03)
  00:1f.4 USB Controller: Intel Corporation 82820 820 (Camino 2) Chipset USB (Hub B) (rev 03)
  00:1f.5 Multimedia audio controller: Intel Corporation 82820 820 (Camino 2) Chipset AC'97 Audio Controller (rev 03)
  00:1f.6 Modem: Intel Corporation 82820 820 (Camino 2) Chipset AC'97 Modem Controller (rev 03)
  01:00.0 VGA compatible controller: ATI Technologies Inc 3D Rage Mobility M4 AGP
  02:08.0 Ethernet controller: Intel Corporation 82820 820 (Camino 2) Chipset Ethernet (rev 03)
  02:0a.0 CardBus bridge: O2 Micro, Inc. OZ6933 Cardbus Controller (rev 02)
  02:0a.1 CardBus bridge: O2 Micro, Inc. OZ6933 Cardbus Controller (rev 02)

B.) Weiterführende Links


Holger Klawitter
Last modified: Wed Aug 20 12:17:29 CEST 2003